Die Klage ist vom Tisch, jetzt kann’s losgehen!

Grafik: WasserWelten Bochum GmbH

Liebe Freundinnen und Freunde,

die gute Nachricht ist da, endlich! Genau zwei Tage, bevor sich die Schließung des Hallenbades nach einem Brand zum zehnten Mal jährt, wird bekannt: die Anwohnerklage aus der Straße „In der Mark“ ist vom Tisch. Bochum kann das dringend benötigte Hallenbad im Höntroper Südpark endlich bauen! Doch wie geht es jetzt weiter?

Schon mehrfach hatte die Bochumer Bädergesellschaft versichert, die Planungen für das neue Hallenbad trotz des laufenden Klageverfahrens weiter vorangetrieben zu haben. Man wolle sofort loslegen können, wenn der Gerichtsentscheid vorliege, hieß es.

Endlich, jetzt aber bitte zügig

Dazu hat der Bochumer Bäderchef Müller soeben der WAZ gesagt, den Bauantrag noch im Mai 2026 einreichen zu können. Wir hoffen sehr, dass es so kommt und Herr Müller mit seiner Zeitangabe dieses Mal recht behält. Anschließend ist das Bauordnungsamt an der Reihe. Hier setzen wir auf eine bevorzugte Bearbeitung und schnelle Genehmigung. Denn die Verwaltung hat einiges wieder gut zu machen: sie hatte nämlich vor Jahren durch einen groben Fehler bei der Anwohnerinformation die vorgenannte Klage und die damit verbundene mehrjährige Hängepartie erst ermöglicht.

Endlich, jetzt aber bitte für alle

Wir Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop haben immer dafür geworben, dass hier ein Bad entstehen soll, welches für alle Menschen gut nutzbar ist. In Vorträgen, Briefen und Pressemitteilungen haben wir erläutert, was es dafür braucht:

  • Barrierefreie Zuwegung, Zugänge und Verkehrsflächen im gesamten Gebäude, in die verschiedenen Schwimmbecken und in die Freianlagen
  • Wirklich rutschhemmende Bodenbeläge
  • Klare räumliche Strukturen und Leitsysteme für eine leichte Orientierung
  • Gute Belichtung und Beleuchtung der Hallen und der Nebenräume
  • Raumakustische Maßnahmen zur Vermeidung von Halligkeit wie auch eine akustische Trennung zwischen Sportbecken, Mehrzweckbecken und Kinderbereich
  • Hohe Aufenthaltsqualität im gesamten Gebäude, etwa durch eine Holzkonstruktion, statt einer Stahlkonstruktion
  • Gestaltung und Möblierung der Freiflächen für eine inklusive Nutzung
Endlich, jetzt aber bitte ökologisch

Daneben haben wir uns immer für die Berücksichtigung wichtiger Zukunftsaspekte aus dem Bereich des Klima-, Umwelt- und Naturschutzes eingesetzt. Denn ohne Klimaschutz ist alles nichts! Weil Deutschland wie Bochum in ein paar Jahren klimaneutral sein muss, kann heute kein Gebäude mehr errichtet werden, welches dies nicht von Anfang an ist. Auch dazu haben wir in zahlreichen Beiträgen vorgetragen:

  • Höchster Wärmedämmstandard sowie sorgfältige Vermeidung von Wärmebrücken und Undichtigkeiten der Gebäudehülle
  • Holzkonstruktion zur dauerhaften Einspeicherung von Kohlendioxyd
  • Höchster Wärmerückgewinnungsgrad beim Luft- und Wasseraustausch
  • Wärmeerzeugung über Wärmepumpen
  • Sämtliche Dachflächen mit Solaranlagen bestückt
  • Schattenspender im Freibereich mit Photovoltaikmodulen belegt
  • Überwachte und überdachte Fahrradabstellplätze mit Photovoltaiknutzung
  • Nutzung des anfallenden Niederschlagswassers
  • Die Biodiversität fördernde Beplanzung der Freiflächen

Wir Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades haben immer wieder deutlich gemacht, dass den Planenden eines Neubau eine große Verantwortung obliegt: was heute gebaut wird muss Jahrzehnte tragen und eine lange Nutzungszeit erlauben. Nur eine hohe konzeptionelle Qualität und eine solide langlebige Konstruktion können dies sicherstellen.

Endlich, jetzt aber bitte ökonomisch

Guten Ideen aus der Zivilgesellschaft wird schnell entgegengehalten, sie seien nicht finanzierbar. Doch das ist nicht selten schlicht falsch. Denn vieles, was als unnötiger Aufwand abgetan wird, zahlt sich bei genauer Betrachtung aus. Wenn hier also ein Schwimmbad entsteht, das für alle Menschen nutzbar ist, so wird nicht nur zusammengebracht, was zusammen gehört, so wie es die in Detschland schon im Jahr 2009 ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht. Zudem erspart sich die Gesellschaft an anderer Stelle zusätzliche Einrichtungen, die parallel betrieben und finanziert werden müssten und außerdem einen exkludierenden Charakter annehmen können.

Die Bäderkonzeption sollte von Anfang an Personal vermeidende Lösungen berücksichtigen. Gerade erst in der vergangenen Woche hat die Kämmerin unserer Stadt eindringlich darauf hingewiesen, wie sehr der Bochumer Haushalt unter Druck stehe. Dazu trügen die Personalkosten mit einem Anteil von 22% erheblich bei. Und wenn etwa eine gute Grundriss- und Funktionsplanung des Bades eine übersichtliche Struktur hervorbringt, die den Personaleinsatz minimiert, so ist das für sämtliche Nutzer von unschätzbarem Vorteil.

Die Sonne muss nicht durch die Straße von Hormus!

Es muss nicht erst erwähnt werden, dass die Energieerzeugung durch erneuerbare Energien alternativlos ist. Nur so lassen sich künftig Betriebskosten überhaupt noch tragen, nur so kann dem Klimawandel wirksam entgegengewirkt werden, nur so wird unser Land unabhängiger von problematischen Importen, wie sich gerade in den letzten Woche eindrücklich gezeigt hat.

Last but not least

Auf zwei weitere Aspekte möchten wir abschließend hinweisen:

  • Unter dem Slogan „Bochums stille Örtchen“ soll bekanntlich die Versorgung mit öffentlichen Toilettenanlagen unserer Stadt verbessert werden. Wer den Südpark kennt weiß, dass es dort an genau solch einer Anlage seit vielen Jahren fehlt, insbesondere für die zahlreichen Besucher des Spielplatzes und der Tiergehege. Der Schwimmbadneubau bietet jetzt die Chance diese Lücke zu schließen.
  • Der Aufsichtsrat der Bädergesellschaft hat dem neuen Schwimmbad in Höntrop den Namen „Gartenhallenbad“ gegeben. Wir meinen, dass die Bezeichnung nicht gelungen ist. Denn weder wird das Schwimmbad in einem Süd“garten“ errichtet, noch wird es sich bei der Freifläche des Bades um einen Garten handeln. Deshalb bleiben wir bei unserem Vorschlag, das Schwimmbad künftig als „Parkbad“ zu bezeichnen.

Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop e.V.
Stefan Wolf
Bochum, den 26.4.2026