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Bürgerbeteiligung selbstgemacht

E. Mertens beim Vortrag Nachhaltiges Schwimmbad
Foto:  FuF Hallenfreibad Höntrop

Amüsante Kurzfilme, zwei interessante Vorträge und eine ebenso lebendige wie kultivierte Diskussion zu den Neugestaltungsplänen beim Höntroper Hallenfreibad erlebten rund 60 Bürgerinnen und Bürger auf Einladung der Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop im Saal des Höntroper Kolpinghauses.
Kurzfilme: Überraschende Assoziationen

Dass man ein unbewegtes Bauwerk nicht nur zeichnen und fotografieren, sondern auch in bewegten Bildern unterhaltsam porträtieren kann,  das zeigte der erste der drei Kurzfilme von Peter und Christoph Blenkers. Er enthielt überraschende Assoziationen und Einstel-lungen des Höntroper 10-Meter-Turms, die man so definitiv noch nicht kannte.  Die folgende Sequenz gab Impressionen des vom Förderverein initiierten Sommerfestes 2018 wieder und besitzt zugleich dokumentarischen Charakter, indem der letzte Bauzustand des Freibades vor der geplanten Neugestaltung darin festgehalten ist. Einen eigenen Kurzfilm verdienten zu Recht die Vorführungen der Rheinischen Turm- und Showspringerriege um Tim Thesing, die ebenfalls beim Sommerfest am 19. August 2018 im Schwimmbad ein begeistertes Publikum fanden.

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Vortrag des Fördervereins: Nachhaltiges Schwimmbad

Für den Förderverein präsentierte Elisabeth Mertens, ausgebildete Architektin und Stadtplanerin, deren Vorstellungen vom künftigen Höntroper Schwimmbad. Nachhaltig soll es sein und für alle Menschen gut geeignet. Wie das gehen könnte zeigte Sie anhand zahlreicher Fotos und Grafiken. Umweltfreundliche Anreise,  Ressourcenschonung bei Bau und Betrieb, Klimaschutz und Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität auch bei hoher Auslastung und unterschiedlichen Bedürfnissen, Teilhabegerechtigkeit, Zufriedenheit der Badegäste wie der Mitarbeiter, Wasserqualität, nachhaltige Verpflegungskonzepte und Müllvermeidung, Natur-, Vogel- und Insektenschutz waren ihre Themen, die sie auf ihrer Abschlussfolie mit folgenden Worten zusammenfasste:

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Der Vortrag kam bei den Besuchern und Besucherinnen derart gut an, dass sich gleich mehrere als Neumitglieder den Freundinnen und Freunden des Hallenfreibades Höntrop anschlossen.

Vortrag der WasserWelten Bochum: das sportgerechte Freizeitbad

Berthold Schmitt, Geschäftsführer der Bochumer WasserWelten, präsentierte mit viel Elan und vor dem Hintergrund seiner profunden Erfahrungen sein Konzept für die Neuge-staltung des Höntroper Schwimmbades. Es soll die unterschiedlichen Aufgaben eines modernen Schwimmbades in einem sportgerechten Freizeitbad vereinen, zusätzliche Angebote wie eine moderne Saunalandschaft und einen Fitnessbereich bereithalten, damit ein breites Publikum ansprechen und hierdurch die üblichen Defizite städtischer Schwimmbäder deutlich reduzieren. Er legte Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht um ein „Spaßbad“ oder gar „Riesenspaßbad“ handele, sondern um eine durchaus an diesen „1-A-Standort“ angepasste Konzeption, die eine ähnlich große bebaute Fläche beanspruche, wie sie vom Altbestand bekannt sei. Auch relativierte er die Besucherzahlen und erwartbaren Fahrzeugbewegungen und stellte klar, dass man selbst mit den bereits zur Verfügung stehenden 150-170 Parkplätzen klar kommen könne, dies zeigten entsprechende Erfahrungen, auch bei größeren Bädern. Das Schwimmbad werde dringend gebraucht, denn in Bochum gebe es deutlich zu wenig „Indoor-Wasserflächen“, also Hallenschwimmbäder. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen an eine rasche Umsetzung. Aufgrund von Versäumnissen in der Vergangenheit, die nun aufgearbeitet werden müssten, sei realistischerweise erst  zur Freibadesaison 2023 mit einer Eröffnung zu rechnen.

Bürgerbeteiligung selbstgemacht

Die als Moderatorin geladene Bianca Bendisch  merkte zum Auftakt des Diskussionsteils positiv an, dass sich in Wattenscheid Bürger selbst engagierten, um Bürgerbeteiligung  zu organisieren. In den Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, wie sehr sich die Teilnehmer*innen einen zügigen Fortgang der Neugestaltung des Schwimmbades im Höntroper Südpark wünschen. Für die Konzeption der WasserWelten gab es viel Zustimmung, aber es wurden auch Sorgen artikuliert. Herr Schmitt kündigte an, den Dialog fortsetzen und eine Art Beirat ins Leben rufen zu wollen, um alle Interessen unter einen Hut bringen, und gute Anregungen aufnehmen zu können. Die Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop griffen diesen Vorschlag gerne auf. Die ebenfalls teilnehmenden Vorsitzenden des Bochumer „Stadtwald-Vereins“, der sich dem Schutz der städtischen Waldflächen verschrieben hat, boten ebenfalls ihre konstruktive Mitwirkung bei der Entwicklung dieses wichtigen Bochumer Zukunftsprojektes an.

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Ein Leuchtturm

Immer wieder war zu hören und zu lesen, in Höntrop solle ein „Leuchtturm“ von einem Schwimmbad entstehen. Stefan Wolf von den Freundinnen und Freunden griff dies auf und überreichte Berthold Schmitt zum Abschluss der Diskussion als Präsent einen Schmuck-umschlag mit der kompletten Briefmarkenserie „Leuchttürme“ der Deutschen Post: „Wie man sieht gibt es ganz unterschiedliche Leuchttürme,“ so Wolf. „Große, kleine, schlankere, breitere, bunte, einfarbige. Je nach dem, was gebraucht wird, und je nach dem Geschmack der Errichter, fallen diese sehr verschieden aus. Auch dieses Schwimmbad kann etwas einzigartiges und zudem weithin beachtetes werden. Die Neugestaltung bietet dazu eine riesige Chance. Dabei mitzuwirken, ist unser Ziel.“

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