Archiv der Kategorie: Pressemitteilung

Freibadbesuch im Casablanca, anstatt in Höntrop

Foto: Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop

Beate Harbord, Brigitte Lawo-Haaf und Monika Wieprig (v.l.n.r.) besuchten gestern als Gewinnerinnen des jüngsten Preisrätsels der Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop die neue Filmkomödie FREIBAD von Doris Dörrie.

Was unsere Gewinnerinnen nach dem Film sagten:

Beate Harbord: eigentlich wurde ich etwas traurig dabei, zu sehen, was ein Schwimmbad alles sein kann. Wir sollten nochmal über Möglichkeiten der Eigenregie nachdenken. Die viele Freifläche, die tolle Lage, die Tribüne. Wir könnten Filme zeigen und andere Veranstaltungen machen.

Brigitte Lawo-Haaf: der Film ist sehr nett gemacht. Er zeigt vieles, worauf es bei einem Freibad ankommen könnte, etwa das persönliche Ambiente, das Familiäre, ein Stück Zuhause. Das wünsche ich mir auch in meinem Freibad in Bochum, dass es ein Treffpunkt ist.

Monika Wieprig: man muss den Film vielleicht nicht zwei mal sehen, aber er war wirklich ganz nett und durchaus lustig!

Zuvor hatten sich die Drei an dem Preisrätsel beteiligt, das die „Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop“ kurzfristig zum Filmstart ausgeschrieben hatten, und dabei alle drei Fragen richtig beantwortet.

Auflösung des Preisrätsels
  1. Den Wattenscheider Bürgerinnen und Bürgern standen früher zwei Hallenschwimmbäder zur Verfügung. Seit wie vielen Jahren besitzt der Stadtbezirk Wattenscheid gar kein öffentliches Hallenschwimmbad mehr?
             c)     seit mehr als 6 Jahren

  2. Die Politik hat immer wieder betont, wie dringlich nach dem Abriss des Höntroper Hallenbades ein Neubau für Wattenscheid sei. Wie ist augenblicklich der Stand dieses für alle Generationen so wichtigen Projektes?
             c)     bisher wurde noch kein Bauantrag gestellt

  3. Unsere Stadt besitzt mit dem im Südpark einmalig schön gelegenen Freibad mit Tribüne und 10 m Sprungturm einen Ort, um die uns andere Städte zu Recht beneiden. In welchem Zustand befindet sich unser Freibad heute?      
             c)     unsere Stadt lässt dieses Freibad z.Zt. verkommen und
                    vermeidet das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern
FREIBAD weiterhin zweimal täglich im Casablanca

FREIBAD ist seit dem 1. September jeweils um 17:45 und um 20:00 h im Casablanca-Kino, Kortumstr.11, zu sehen. Somit besteht auch für all diejenigen, die nicht zu den glücklichen Gewinnern der Freikarten gehörten, weiterhin ausreichend Gelegenheit sich dieses Kinovergnügen in dem beliebten Bochumer Kino zu gönnen. Aktuelles Kinoprogramm hier.

Das Drama um das Höntroper Schwimmbad wird die Filmkomödie FREIBAD wohl überdauern

Egal, wie erfolgreich Doris Dörries Komödie FREIBAD sein wird: schon jetzt ist klar, dass die Auseinandersetzung um das Höntroper Schwimmbad die Spielzeit dieses Films überdauern wird. Denn die Petition der „Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop“ erfreut sich weiterhin großen Zuspruchs, weil die Bürgerinnen und Bürger in ihrer überwältigenden Mehrheit die unnötigen Verzögerungen beim Hallenbadneubau, eine Schließung des Höntroper Freibades und die fehlende Bürgerbeteiligung in unserer Stadt so nicht hinnehmen wollen.

Die Petition kann auch weiterhin online oder in Papierform gezeichnet werden, näheres siehe:

www.openpetition.de/!10m

3 x 2 Eintrittskarten für’s „FREIBAD“ von D. Dörrie

Bild: Filmplakat Constantin Film (Ausschnitt)

Die Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop verlosen Eintrittskarten für die neue Komödie von Doris Dörrie, die seit heute im Bochumer Casablanca läuft.

In den fast 8 Jahren, die der Verein „Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop“ nunmehr für dieses Wattenscheider Schwimmbad kämpft, hatten seine Mitglieder meistens eher wenig zu lachen. Abhilfe verspricht nun die neue Komödie von Doris Dörrie, die heute in den Kinos anläuft: zwei entspannte, lustige Stunden im FREIBAD – das ist doch mal was!

Zur Handlung des Films

Es ist Sommer und sehr heiß im einzigen Frauenfreibad Deutschlands. Dort badet Frau oben ohne, im Bikini, Badeanzug oder Burkini. Jede folgt dabei anderen Regeln. Das führt immer wieder zu Reibereien, die die überforderte Bademeisterin nicht so ganz im Griff hat. Als dann auch noch eine Gruppe komplett verhüllter Frauen das Frauenbad begeistert für sich entdeckt, fliegen buchstäblich die Fetzen: Wem gehört das Bad und wer bestimmt die Regeln? Wem gehört der weibliche Körper? Und wann ist denn überhaupt eine Frau eine Frau? Die Bademeisterin kündigt entnervt. Als dann aber als Nachfolge ausgerechnet ein Mann als Bademeister angestellt wird, eskaliert die Situation in unvorhersehbare Richtungen.

Dazu unser Preisrätsel

Drei Fragen zum aktuellen Stand beim Höntroper Hallen- und Freibad sind es, zu der jeweils die eine richtige Antwort gesucht wird. Den richtigen Einsendern winken Freikarten für’s Kino:

  1. Den Wattenscheider Bürgerinnen und Bürgern standen früher zwei Hallenschwimmbäder zur Verfügung. Seit wie vielen Jahren besitzt der Stadtbezirk Wattenscheid gar kein öffentliches Hallenschwimmbad mehr?

             a)     seit einem Jahr
             b)     seit drei Jahren
             c)     seit mehr als 6 Jahren

  2. Die Politik hat immer wieder betont, wie dringlich nach dem Abriss des Höntroper Hallenbades ein Neubau für Wattenscheid sei. Wie ist augenblicklich der Stand dieses für alle Generationen so wichtigen Projektes?

             a)     der Bau hat bereits begonnen
             b)     der Baubeginn steht unmittelbar bevor
             c)     bisher wurde noch kein Bauantrag gestellt

  3. Unsere Stadt besitzt mit dem im Südpark einmalig schön gelegenen Freibad mit Tribüne und 10 m Sprungturm einen Ort, um die uns andere Städte zu Recht beneiden. In welchem Zustand befindet sich unser Freibad heute?

             a)     das Freibad mit dem für 300.000 € bereits sanierten
                     Sprungturm ist geöffnet und wird sorgfältig gepflegt
             b)     das Freibad ist vorübergehend geschlossen und soll
                     demnächst nach den Vorschlägen unseres Vereins
                     einfach und nachhaltig hergerichtet werden
             c)     unsere Stadt lässt dieses Freibad z.Zt. verkommen und
                    vermeidet das Gespräch mit den Bürgerinnen u. Bürgern

Die drei Lösungsbuchstaben oder der ausgefüllte Bogen mit allen Absenderangaben sind bis Sonntag 4.9.22  24.00 h einzusenden an: info@schwimmeninhoentrop.de

Unter allen richtigen und lesbaren Einsendern verlosen wir 3 x 2 Eintrittskarten für die Filmkomödie FREIBAD im Casablanca. Unsere Vorstellung beginnt am

Dienstag, den 6. Sept. um 17:45 h im Casablanca-Kino,

Kortumstr.11. Die drei Gewinner werden am Montag benachrichtigt. Die Übergabe der Eintrittskarten erfolgt 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung persönlich im Kino. Es ist ein gemeinsames Pressefoto geplant. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zum Download des Preisrätsels: 2022-09-01 Preisraetsel

FREIBAD ab heute zweimal täglich im Casablanca

FREIBAD ist ab heute, jeweils um 17:45 und um 20:00 h, im Casablanca-Kino, Kortumstr.11, zu sehen. Auch für alle, die nicht zu den glücklichen Gewinnern der Freikarten gehören, besteht ausreichend Gelegenheit sich dieses Kinovergnügen in dem beliebten Bochumer Kino zu gönnen. Aktuelles Kinoprogramm hier.

Wir sind jetzt 7.000 und noch lange nicht am Ende

„Mit jetzt 7.000 Unterstützer:innen hat unsere Petition zur Rettung des Hallen- und Freibades Höntrop ein neues Etappenziel erreicht, während die Verwaltung in Sachen Hallenbadneubau nicht voran zu kommen scheint und unser Oberbürgermeister die Proteste gegen die Schließung der Freibäder in Höntrop und Langendreer leider nur auszusitzen versucht“ erklärt Stefan Wolf, Vorsitzender des Fördervereins der Freundinnen und Freunde des Hallenfreibads Höntrop.

„Wir erfahren nahezu ausschließlich Zustimmung mit unserer Petition, viele Menschen bedanken sich sogar ausdrücklich für unser Engagement. Wir sind im Februar mit dem Ziel, 2.000 Unterschriften zu sammeln, gestartet, jetzt sind wir schon über 7.000. Dabei haben wir mit unseren Aktionen erst einen Bruchteil der Leute erreicht.

Allmählich wird aus unserer Unterschriftensammlung eine Bürgerbewegung!“

Das Unverständnis über die Bäderpolitik ist groß. Die Menschen stellen auch Bezüge zu anderen kommunalpolitischen Entscheidungen her. So hört man häufiger die Frage, wie die Politik auf der einen Seite an einem Haus des Wissens festhalten kann, obwohl sich dessen Kosten mit aktuell über 150 Mio. Euro bereits weit vor Baubeginn verdreifacht haben, während man sich auf der anderen Seite nicht in der Lage sehen will, das schönste Bochumer Freibad weiter zu betreiben.

Plus 100 Mio € für das Haus des Wissens, und unser Freibad verkommt!

Auch die Verzögerungen beim Hallenbadneubau sind den Bürger:innen unverständlich und es wird ihnen auch nicht vernünftig erklärt. Denn beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ist ein Einspruch eines Anwohners anhängig. Laut Auskunft des Gerichts dauern die Verfahren dort im Durchschnitt ein Jahr. Gleichwohl gäbe es Einzelfälle, in denen ein Bedürfnis für eine schnelle Entscheidung offensichtlich sei oder von einem Beteiligten besonders geltend gemacht werde. Aber es scheint so, als habe sich die Stadt Bochum bisher noch gar nicht um eine schnelle Entscheidung bemüht.

Hallenbad : Wurde beim Verwaltungsgericht überhaupt ein Dringlichkeitsantrag gestellt?

„Wir wissen es nicht, und die neusten spärlichen Auskünfte des Stadtwerkesprechers lassen die Bürger:innen auch in soweit im Unklaren. So bezieht man Bürger:innen nicht ein und gewinnt sie auch nicht für die eigene Politik.“

Unsere Stadt nutzt viel zu wenig die Potenziale, die die engagierte Bürgerschaft besitzt und auch bereit ist einzubringen. Das ist eine Form von Verschwendung, die sich die Bochumer Politik hier erlaubt. Und es ist ja nicht so, dass Politik und Verwaltung nur gute Ideen hätten…

Dialog mit den Bürger:innen statt Aussitzen der Proteste

Letzten Endes hält der Oberbürgermeister, auch als Vorsitzender des Aufsichtsrates, die Fäden in Sachen Bäderpolitik in der Hand. „Und wir meinen, er wäre gut beraten, wenn er das Gespräch suchte, anstatt die Proteste aussitzen zu wollen. Wir jedenfalls hören nicht auf, unsere konstruktive und inhaltliche Unterstützung anzubieten.

Das WDR-Fernsehen kommt

Am morgigen Montag um 15.00 Uhr wird uns das WDR-Fernsehen besuchen um über unser Schwimmbad zu berichten. Wir treffen uns dort, wo früher der Zugang des Hallenbades war, also vor dem Bauzaun. Alle interessierten Bürger:innen sind herzlich willkommen, um vor laufender Kamera Ihre Meinung kund zu tun.“

Die Petition läuft weiter

Die Petition kann auch weiterhin online oder in Papierform gezeichnet werden, näheres siehe:

www.openpetition.de/!10m

In Bochum wird’s heiß

Foto: Freundinnen und Freunde des Hallen- und Freibads Höntrop e.V.

Während der RVR eigene neueste Prognosen zum Klimawandel im Ruhrgebiet vorstellt, unterzeichnete beim Wattenscheider Sommerfest am 10. Juni die 6000ste Unterstützerin die Höntroper Petition für den Erhalt des Hallen- und Freibades

Heiße Tage mit über 30 Grad wie an diesem Wochenende werden deutlich zunehmen.

Dies sagen neue Klimaprognosen des Regionalverband Ruhr (RVR) voraus: Bereits im Schnitt der nächsten zwanzig Jahre sollen in den dicht bebauten Innenstädten und in Gewerbegebieten solche Temperaturen zur neuen Normalität gehören – an 25 bis 30 Tagen im Jahr. „Es sind keine politischen Werte, es ist ein Szenario, das wir gerechnet haben, aufgrund der Daten, die wir vorliegen haben.

Wir als Region sollten das sehr ernst nehmen“,

sagt Nina Frense, die beim RVR die Bereiche Umwelt und Grüne Infrastruktur leitet.“ Über die Prognosen des RVR berichtete die WAZ in ihrer Ausgabe vom 18.6.2022.

Bürgerinnen und Bürger wussten es schon

Die Bürgerinnen und Bürger Bochums wissen das nicht erst seit dieser Mitteilung des RVR. Denn sie unterstützen die Petitionen für den Erhalt der Freibäder in Höntrop und Langendreer auch deswegen, weil sie für diese Hundstage wohnungsnahe Rückzugsorte brauchen, die ein erträgliches Verweilen außerhalb der vier Wände ermöglichen. Nicht jede*r besitzt einen eigenen Garten mit Schatten spendenden Bäumen oder gar ein Pool! Und an einen Schrebergarten zu kommen, das kann inzwischen Jahre dauern…

Bäderpolitik hat auch mit Klimaschutz, Klimaanpassung und Klimagerechtigkeit zu tun – das wurde in Bochum leider nicht mitgedacht!

Stefan Wolf vom Höntroper Förderverein: „Es ist einer der schwerwiegenden Fehler des sogenannten Bochumer „Bäderkonzepts“, dass darin der Klimawandel und seine Folgen, wenn nicht geleugnet, so zumindest aber völlig außer Acht gelassen werden. Es ergibt keinen Sinn in diesen nun dauerhaft heißeren Zeiten Freibäder schließen zu wollen.“

Unterdessen steigt der Zuspruch zur Petition der „Freundinnen und Freunde des Hallen- und Freibades Höntrop e.V.“ immer weiter: gleich zu Beginn des Sommerfestes WAT 605, am 10. Juni, erreichte die Petition bereits die 6000er Marke und liegt heute schon bei über 6400 Unterstützer:innen.

Bürgerinnen und Bürger setzen große Hoffnungen in diese Petition

„Die Bürger:innen und Bürger erkennen in dem Umgang mit diesem Schwimmbad ein Desaster und sind sauer. Sie möchten es sich nicht bieten lassen, dass ihnen dieses Schwimmbad genommen wird. Sie unterzeichnen unsere Petition. Sie setzen große Hoffnungen in diese Petition. Wir wollen Sie nicht enttäuschen und auch deshalb sammeln wir weiter.“

Die Petition kann auch weiterhin online oder in Papierform gezeichnet werden, näheres siehe:

www.openpetition.de/!10m

Eppendorfer gegen Freibadabriss

Foto: Freundinnen und Freunde des Hallen- und Freibads Höntrop e.V.

Kein Verständnis für die gegen das Höntroper Freibad gerichtete Entscheidung von Politik und Stadtwerke zeigten Eppendorfs Bürgerinnen und Bürger am vergangenen Samstag vor ihrem Supermarkt.

„Wir hatten nicht genug Hände um all die neuen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner unserer Petition rasch bedienen zu können. Und wir hatten nicht genug Ohren, um all die Klagen darüber, wie unverantwortlich hier in Wattenscheid mit unserem schönen Schwimmbad umgegangen wird, anzuhören!“ So die Aktiven der Freundinnen und Freunde des Hallen- und Freibads Höntrop, die am Samstag mit Klemmbrettern und Kugelschreibern den Passanten die Möglichkeit boten, die Petition zur Rettung des Hallen- und Freibads zu unterzeichnen.

Die überwältigende Mehrheit der Wattenscheider Bürgerinnen und Bürger möchten ihr Schwimmbad unbedingt behalten. Anders als die Verantwortlichen, erkennen sie ganz offensichtlich den Wert, die Qualität und die Einmaligkeit dieser mitten im Südpark eingebetteten Anlage.

Fehlentscheidung korrigieren

„Mit unserer Petition möchten wir allen Menschen in Bochum Gelegenheit geben sich zu artikulieren und den Entscheidern aufzeigen, dass sie in dieser Sache komplett gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger handeln. Eine Fehlentscheidung sollte man korrigieren, dabei verliert niemand sein Gesicht – das Gegenteil ist der Fall“, so Stefan Wolf vom Förderverein.

Ein Mangel an Gesprächsbereitschaft

„Denn es wäre an diesem Standort durchaus möglich, soziale, ökologische und ökonomische Anforderungen zum Wohle unserer Stadt und der darin lebenden Menschen unter einen Hut zu bringen. Der Verein jedenfalls stand und steht auch weiterhin bereit, gemeinsam mit Politik und Stadtwerken einen solchen Weg zu beschreiten und diesen mit seinem bürgerschaftlichen Engagement nach Kräften zu fördern. Unser Wunsch nach einem offenen Dialog auf Augenhöhe besteht fort.“

Politik sollte handeln, nicht hoffen

Verwundert rieben sich viele die Augen, als sie am letzten Mittwoch in der Zeitung lasen, dass die stärkste politische Kraft in Bochum darauf hoffe und zuversichtlich sei, dass mit dem Hallenbadneubau in Höntrop „endlich begonnen“ werde. Wählerinnen und Wähler erwarten jedoch zu Recht, dass Politik handelt, anstatt nur zu hoffen oder zu warten. Und sie erwarten, dass ihnen kein Sand in die Augen gestreut wird: denn wie soll es möglich sein, dass hier kurzfristig mit einem Neubau begonnen wird, wenn bislang weder die notwendige Planung erstellt, noch ein Bauantrag eingereicht wurde?

Petition läuft weiter

Die Petition kann auch weiterhin online oder in Papierform gezeichnet werden, näheres siehe:

www.openpetition.de/!10m

Deutschland wird Heißland

Foto: BoKlima

Die Freundinnen und Freunde des Hallen- und Freibades Höntrop e.V. unterstützten am 25. März den Klimastreik der Fridays For Future in Bochum und thematisierten an Ihrem Infostand die Zusammenhänge zwischen Bäderpolitik auf der einen, und Klimaschutz, Klimaanpassung sowie Klimagerechtigkeit auf der anderen Seite.
Mangelhaftes „Bäderkonzept“

Es ist einer der schwerwiegenden Fehler des Bochumer „Bäderkonzepts“, dass darin der Klimawandel und seine Folgen, wenn nicht geleugnet, so zumindest aber völlig außer Acht gelassen werden. Welchen Sinn macht es in diesen nun dauerhaft heißeren Zeiten Freibäder schließen zu wollen? Wo es doch unstrittig ist, dass ein grundlegender Wandel der klimatischen Bedingungen längst begonnen hat. Deutschland wird wärmer und trockener.

So müssen wir in deutschen Städten mit Temperaturen, die bis zu 10 Grad über denen des Umlandes liegen können rechnen, sofern nicht wirksam gegengesteuert wird. Und diese Temperaturen kommen nicht nur an einzelnen Tagen, sondern gleich als Hitzeperioden daher. In den Nächten wird die ersehnte Abkühlung viel öfter ausbleiben (sogenannte tropische Nächte).

Plakat Freundinnen und Freunde des Hallen- und Freibades Höntrop e.V.
Warum ein Freibad unter Bäumen in Zeiten des Klimawandels aufgeben?

Es genügt bei Weitem nicht die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen, denn wir sind schon mittendrin und werden, wenn überhaupt, nur sehr langfristig gegensteuern können. Wir müssen uns deshalb, so traurig das ist, auch an das bereits unvermeidlich Gewordene anpassen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir mitten in unseren Ballungsräumen Orte wie das Freibad in Höntrop erhalten, an denen es sich während der Hitzeperioden aushalten lässt. Deshalb werden wir beim Freibad Höntrop nicht locker lassen!

Was ist das Papier Wert, auf dem Bochumer Konzepte gedruckt werden?

Der Bochumer Öffentlichkeit wurde durch die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sich unsere Stadt bis 2035 grundlegend wandeln muss und wandeln soll:

Aus einem Vortrag von Fr. Eisenmann, Stabsstelle Klima und Nachhaltigkeit

Dieser notwendige Anpassungsprozess und die dementsprechenden Bemühungen von Frau Eisenmann und Ihrem Team finden unsere volle Unterstützung. Wie ist es aber möglich, dass die Bochumer Stadtwerke in den nächsten Jahren viele Millionen in die Bäder investieren werden, ohne dass die Herkulesaufgabe des Bochumer Klimaplans 2035 auch nur irgendeine Berücksichtigung in deren sogenanntem „Bäderkonzept“ gefunden hat?

Was nützen den Bürger:innen Konzepte, die in unserer Stadt mit großem Aufwand zeitgleich von verschiedenen Stellen entwickelt werden, wenn diese Konzepte voneinander scheinbar nichts wissen?

Soll der Bau von Privatpools forciert werden?

In den letzten Jahren ist die Zahl der Privatpools in Gärten sprunghaft angestiegen, dies meldet der Branchenverband. Aus unserer Sicht eine Tendenz, die vor dem Hintergrund zunehmender Trockenheit und Trinkwasserverknappung durchaus hinterfragt werden kann. Müsste ein Bäderkonzept nicht darauf zielen, attraktive Freibäder zu schaffen, anstatt vorhandene zu schließen? Moderne öffentliche Bäder, die mit dem wertvollen Gut Wasser und allen anderen Ressourcen viel effizienter umgehen könnten als private Pools?

Und was ist mit denjenigen, die über keinen eigenen Garten verfügen, an lauten Straßen ohne grüne Erholungsräume wohnen? Auf dem Balkon eine Bruthitze, in der Wohnung auch. Was machen die Menschen, die Familien und ihre Kinder? Ein erreichbares Freibad im Grünen ist ein Riesengewinn für die Bürger:innen, vor allem aber für Kinder und Jugendliche. Und nicht nur das: es ist auch ein Stück Klimagerechtigkeit.

Infostände der FuF zur Bäderpolitik und von BoKlima zur solaren Stromerzeugung
Aspekte nachhaltiger Freibäder

Gerade ein öffentliches Freibad lässt sich äußerst nachhaltig betreiben: Wärme für das Beckenwasser kann von einfachen Solarabsorbermatten bereitgestellt werden, die Wärme für das Duschwasser kommt dagegen aus Solarkollektoren, die höhere Temperaturen liefern. Der Strom für die Umwälzpumpen kommt von Photovoltaikmodulen, das Niederschlagswasser der Dächer wird aufgefangen und genutzt. Duschabwasser, sogenanntes Grauwasser, wird aufbereitet und wiederverwendet. Der Wasserinhalt der Schwimmbecken selbst kommt vielen Bürger:innen zu Gute, hat also einen Vielfachnutzen, anders als bei einem privaten Pool. Und nachts werden die Becken zur Vermeidung unnötiger Wärme- und Verdunstungsverluste abgedeckt.

Gründe für die Fehlentscheidungen des Rates am 3. März

Das sogenannte „Bäderkonzept“ bildet nur Teilaspekte einer komplexen Materie ab und stellte der Politik damit keine brauchbare Diskussionsgrundlage zur Verfügung. Das ist sicher einer der Gründe, weshalb es am 3. März im Rat der Stadt Bochum zu einer Fehlentscheidung in Sachen Freibäder kam.

Und die Verantwortlichen müssen sich fragen lassen, weshalb ihr „Bäderkonzept“ dermaßen unvollständig ist, nachdem doch das frühere Sport- und Bäderamt und anschließend die sogenannten „WasserWelten“ sich insgesamt fast ein Jahrzehnt für dessen Ausarbeitung Zeit genommen hatten.

§24 Anregung an den Rat

Mit einer Eingabe an den Rat gemäß § 24 der Gemeindeordnung NRW unternehmen die „Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop“ einen weiteren Vorstoß zur Erhaltung des Sprungturms und zum Erhalt des Freibades, und zwar in einer vernünftigen, angemessenen Ausgestaltung.

In seiner Sitzung am 11. November letzten Jahres befasste sich der Rat der Stadt Bochum mit der Zukunft der Bochumer Bäder. Einem Antrag der Rathauskoalition aus SPD und Grünen folgend wurden Handlungsempfehlungen an die WasserWelten beschlossen. Unklar blieb in dieser Ratsentscheidung, was aus dem Höntroper Freibad samt Sprungturm werden solle.

Wir wagen jetzt den Versuch, diese konzeptionelle Lücke mit einem sinnvollen Vorschlag zu füllen. Der große Zuspruch, den unsere Petition „Rettet das Hallen- und Freibad Höntrop“ erfährt, sehen wir als zusätzlichen Auftrag, uns erneut an die Mandatsträger:innen zu wenden.

Deshalb regen wir bei der nächsten Ratssitzung an, der Rat möge den Erhalt und Weiterbetrieb des sanierten Sprungturms nebst Becken, sowie eine wirtschaftliche Umgestaltung des großen Sportbeckens zur künftigen Nutzung durch Schwimmer, Nichtschwimmer, Jugendliche, Kinder und Familien als Empfehlung an die WasserWelten beschließen. Auch kommt es uns nicht auf Luxus an:

die Menschen möchten dieses Freibad künftig einfach wieder nutzen können!

Die Anregung im Wortlaut:

Wir Bürger:innen des Vereins „Freundinnen und Freunde des Hallenfreibads Höntrop e.V.“ begrüßen das Vorhaben unserer Stadt, die Bäderlandschaft modernisieren und dabei alle Standorte erhalten zu wollen. 

In der vom Rat am 11.11.2021 auf Basis der Vorlage 20213580 beschlossenen Empfehlung an den Aufsichtsrat der WasserWelten Bochum GmbH fehlt eine Aussage zur Zukunft des Höntroper Freibades. Deshalb bitten wir alle Fraktionen und Mandatsträger:innen um Unterstützung unseres Vorschlags für eine Ergänzung. 

Wir bitten Sie nach dem Satz

„Für den Stadtbezirk Wattenscheid muss die schnellstmögliche Realisierung eines Hallenbades ausschlaggebend sein. In Höntrop wird ein neues funktionales Hallenbad gebaut (2022/2023).“ 

folgenden Absatz neu einzufügen: 

Im Freibadbereich ist der 10-m-Sprungturm nebst Springerbecken funktionsfähig zu erhalten und weiter zu betreiben. Aus dem 50 m langen und 20 m breiten Sportbecken ist eine wirtschaftlichere Wasserfläche zu entwickeln. Diese könnte zukünftig zum einen ein 25-m Becken für Schwimmer mit 8 Bahnen hergeben. Es wäre dabei zu prüfen, ob dieser Teil aus wirtschaftlichen Gründen ggfls. auf eine universelle Wassertiefe von nur 1,35 m begrenzt werden könnte. Zum anderen sollten auf der verbleibenden Fläche von 25 m x 20 m die notwendigen Wasserflächen für Kinder und Jugendliche realisiert werden. Beim Neubau des Hallenbades und der Erhaltung des Freibadbereichs genügt ein einfacher, funktionaler Standard, jedoch unter Berücksichtigung der bedeutsamen Nachhaltigkeits- und Inklusionsaspekte.

Dass die Bürger:innen sich auch in Zukunft ein Freibad im Südpark wünschen zeigt nicht zuletzt unsere Online-Kampagne: diese wurde innerhalb von nur einer Woche von 3000 Bürger:innen unterstützt.

Die Kampagne kann aber nicht nur per Internet, sondern auch mit Unterschriftenlisten gefördert werden. Die Listen können zum Einen hier heruntergeladen werden:

Unterschriftenlisten können aber auch nach telefonischer Ankündigung in Wattenscheid-Eppendorf persönlich abgeholt werden: Fon 02327 994203

Liebe Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop, 

am 8. März sollen im Aufsichtsrat der HVV Beschlüsse zu den Bädern gefasst werden. Wir haben deshalb videotechnisch die Köpfe zusammengesteckt und beschlossen, dass wir jetzt nochmal richtig wahrnehmbar werden wollen. Als erstes haben wir eine  Onlinekampagne zur Rettung des Höntroper Hallen- und Freibads gestartet. Damit wollen wir erreichen, dass alle Fans des Höntroper Schwimmbades, auch diejenigen, die dafür nicht extra einem Verein beitreten möchten, sich Gehör verschaffen und ihre Meinung äußern können.

Hier der Kurzlink zu unserer Petition:

openpetition.de/!10m

Und hier der Petitionstext im Original (Stand 17.2.2022):

+++ Rettet das Hallen- und Freibad Höntrop ! +++

Was ist eigentlich Sache beim Hallen- und Freibad im Südpark? Das fragen sich viele und die Antwort lautet:

  • ein Neubau des abgerissenen Hallenschwimmbades ist ungewiss
  • und das Freibad mitsamt seinem phänomenalen Sprungturm soll verschwinden.

Das ist das traurige Ergebnis einer seit mehr als einem Jahrzehnt die Geduld der Bürger:innen strapazierenden „Bäderpolitik“ in unserer Stadt. Das wollen wir so nicht mehr hinnehmen:

Wir Bürger:innen der Stadt Bochum und des Stadtbezirks Wattenscheid wollen dieses Hallen- und Freibad als einzigartigen Ort der Erhohlung auf keinen Fall verlieren. Dafür werden wir weiter kämpfen!

Wir fordern von den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und den Eigenbetrieben:

  1. Sofortiger engagierter Planungsbeginn für das Hallen- und Freibad im Höntroper Südpark
  2. Proaktive Lösung des Konflikts mit einem Anwohnerpaar (Einspruch gg. die Bauvorbescheide)
  3. Seriöser Zeitplan mit dem Ziel der Eröffnung des Hallenbades am 1.1., des Freibades am 1.5.2025
  4. Zukunftsgerichtetes Konzept der Nachhaltigkeit und Inklusion

Unsere Großstadt inmitten des Ruhrgebiets braucht öffentliche, nicht kommerzielle Orte um sich treffen und aktiv sein zu können, Orte zum Erholen, Orte an denen man in Zeiten des Klimawandels auftanken kann. Wir brauchen Orte, an denen unsere Kinder sich mit dem Wasser vertraut machen und schwimmen lernen, Orte, an denen unsere Familien Qualitätszeit verbringen können. Orte, an denen alle Generationen sich gleichermaßen wohlfühlen und sich begegnen können. Solche Orte sind ebenso rar wie kostbar.

Auch braucht unsere Stadt Orte, auf die man als Bürger:in Stolz ist, Orte die tatsächlich „Bock auf Bochum“ machen, die einen sich glücklich schätzen lassen, in Bochum zu leben.

Dieses Hallenfreibad war aus vielen Gründen ein solcher Ort, nicht zuletzt wegen des besonders von der Jugend geschätzten 10-m-Sprungturms, der bis heute weit und breit ohne Beispiel ist. Und es war trotz der zahlreichen Mängel, die die Verantwortlichen über Jahre dort sich haben aufstauen lassen ein solcher Ort. Das Schwimmbad hat das Potenzial in Zukunft ein noch weit mehr geschätzter Naherholungsstandort zu werden, denn der Bedarf an qualitätsvollen Innen- und Außenräumen steigt. Hier könnte er wie kaum an einem anderen Ort in unserer Stadt befriedigt werden.

Dass der örtliche Förderverein „Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop“ nicht nur auf den Erhalt des Bades drängt, sondern seit Jahren auch auf die Bedeutung der drängenden Zukunftsthemen Nachhaltigkeit und Inklusion für eine Neuplanung hinweist, entsprechende Fachbeiträge leistet und die Badentwicklung auch weiterhin dahingehend unterstützen will, kommt diesem Standort ebenfalls zu Gute.

Diese große Chance auf ein Parkbad mit überragender Aufenthaltsqualität darf unsere Stadt nicht verspielen!

Es geht hier um nicht mehr und nicht weniger als die künftige Bewohnbarkeit unserer Stadt und die Gesundheit ihrer Bewohner:innen.

+++ Unterstützt unsere Petition, gemeinsam für das Hallen- und Freibad Höntrop ! +++

Prosit Neujahr 2022

Foto: Mabel Amber (pixabay, lizenzfrei)

Ein frühlingshafter 1. Januar lockt uns bei aufgelockerter Bewölkung und Temperaturen um 13°C nach draußen, auf den Balkon, in den Garten, oder vielleicht mal eben in den Südpark? Nein, Südpark lieber nicht, sagen sich da viele, denn der heutige Anblick des Höntroper Freibades tut uns im Herzen weh. Dann doch lieber an die Ruhr …

Seit dem Abriss des Hallenbades im Herbst 2020 ist auf dem Freibadgelände nichts passiert, außer dass Mutter Natur begonnen hat sich das Gelände zurückzuerobern, ebenso wie Herrchen und Frauchen, die in Begleitung ihrer Vierbeiner diesem Lost Place die Ehre erweisen.

Aber ob die Bürger:innen der Stadt Bochum dieses wahrhaftige Parkbad als einzigartigen Ort der Erhohlung und Abkühlung wirklich verlieren werden, darüber soll nun im Februar im Aufsichtsrat der HVV „final“ entschieden werden. So jedenfalls berichtete es die WAZ am gestrigen Silvestertag.

Grundlage der Entscheidungsfindung ist das sogenannte Bäderkonzept, ein Variantenvergleich von dreizehn verschiedenen Schließungs- und Sanierungsfahrpläne nach vermeintlich objektiven betriebswirtschaftlichen Kriterien. Wie im Einzelnen man dort auf die verschiedenen Ergebnisse gekommen ist, ist nicht bekannt und nicht öffentlich. Auch ist nicht bekannt, warum die Einzelheiten nicht öffentlich sind. Bekannt ist aber, dass die darin skizzierten Bedarfsprognosen bzgl. der Freibäder nicht fundiert sind. Insbesondere vernachlässigen sie die klimatischen Veränderungen, die auch vor unserer Stadt nicht halt machen werden. Und das Konzept übersieht den Bedarf an Ruhe- und Rückzugsorten, den die Menschen in unserer dicht besiedelten Region haben und der immer mehr zur Mangelware wird. Es geht dabei um nicht mehr und nicht weniger als die Bewohnbarkeit unserer Stadt und die Gesundheit ihrer Bewohner:innen.

Bevor hier also in Sachen Freibad eine Entscheidung getroffen wird, gäbe es noch viel zu besprechen. Ob es dazu kommen wird, muss man sehen. Wir bleiben wie immer optimistisch, denn übermorgen wird ein neuer Bäderchef seinen Dienst antreten und wir werden uns umgehend um einen offenen und konstruktiven Dialog bemühen.

Der scheidende Interimschef der WasserWelten hatte uns im Herbst zugesichert, im Zuge der demnächst anstehenden konkreten Planungen einzelner Standorte auf unsere konzeptionellen Vorschläge eingehen zu wollen. Das ist gut so, denn das Bäderkonzept kennt bisher nur zwei Freibadvarianten für Höntrop: entweder ein XXL-Freibad oder gar kein Freibad. Und genau darin liegt der Konstruktionsfehler des Variantenvergleichs der WasserWelten: denn ein vernünftiges Freibadangebot, wie es uns vorschwebt, wurde bisher gar nicht erst in die Betrachtungen einbezogen.

So wünschen wir allen Freundinnen und Freunden des Hallenfreibades Höntrop, innerhalb wie außerhalb unseres Vereins, für das neue Jahr Zuversicht, Gesundheit und Zufriedenheit!

Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop e.V.
Stefan Wolf
1. Vorsitzender, für den Vorstand

Wird unser Sprungturm zum Mahnmal?

Foto: Peter und Christoph Blenkers

Sollten die aktuellen Überlegungen der Mehrheitspartei im Bochumer Rat, der SPD, Realität werden, würde das Höntroper Freibad sterben, der Sprungturm aber stehen bleiben. Wir meinen dazu:

Keine gute Idee!

Am 12.11.2021 formulierte die SPD-Ratsfraktion im Rahmen einer Pressemitteilung Ihre Vorstellungen zur Zukunft des Freigeländes beim Hallenfreibad Höntrop.  Wir haben uns mit diesen Inhalten beschäftigt und der SPD-Ratsfraktion dazu heute diesen offenen Brief geschrieben: 

Sehr geehrter Herr Jentsch,
sehr geehrte Damen und Herren,

über Ihre Pressemitteilung vom 12. November 2021 haben wir nachgedacht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

Sie sagen „Mit dem Änderungsantrag zum Bäderkonzept hat die SPD sich klar zum Standort Höntrop bekannt.“

Wir befürchten, offen gestanden, dass dieses Bekenntnis nur halbherzig ist, weil Sie gleichzeitig eine Planung für einen anderen Standort verfolgen lassen möchten. Wir meinen, alle Energie muss stattdessen auf die proaktive Beilegung des Anwohnerstreits und auf eine forcierte Planung des Hallenfreibades Höntrop gelenkt werden.

Sie sagen „Die Menschen in Höntrop und Umgebung sollen einen Ort haben, in dem sie sich im Sommer – auch bei hohen Temperaturen – gut aufhalten können!“.

Wir sagen: das sehen wir ähnlich! Wo könnten sich Bochums Bürger:innen in künftigen Hitzesommern besser aufhalten, als in einem Ruhe und Erholung bietenden Freibad mitten im Südpark? Unsere Stadt braucht gerade mit Blick auf notwendige Klimaanpassungen ein ganzes Netz an Orten, die auch unter den künftigen Wetterbedingungen eine gute Aufenthaltsqualität gewährleisten können. Über solche Flächen verfügt unsere Stadt nicht im Überfluss und sie sind auch nicht beliebig herstellbar. Wir können es uns deshalb gar nicht leisten, auf ein derart qualitätsvolles Freibadangebot im Südpark zu verzichten.

Sie sagen „Der Außenbereich des ehemaligen Hallenfreibads im Höntroper Südpark ist was Besonderes.“

Ja, das sagen wir auch, und durchaus schon seit vielen Jahren.

Sie sagen „Der Zehn-Meter-Sprungturm war und ist ein Wahrzeichen für Höntrop und soll es auch bleiben. Vor einigen Jahren wurde er noch saniert und für mich steht fest, dass er weiterhin eine wichtige Rolle im Südpark spielen muss.“

Wir sagen ja, das soll er, aber als das was er ist, nämlich ein besonders gut gestalteter Sprungturm, von dem aus man lustvoll ins Wasser springen kann. Und nicht als trauriges Mahnmal für ein Freibad, das die Verantwortlichen erst verkommen ließen, dann aufgaben und schließlich vermissen würden.

Sie sagen: „Darüber hinaus könnte man ihn beispielsweise bei Dunkelheit beleuchten und tagsüber anders optisch in Szene setzen. Er könnte aber auch ganz anders in die Fläche am Bad einbezogen werden.“

Wir sagen, einen beleuchteten und mit irgendwelchem Firlefanz in Szene gesetzten Sprungturm, der keiner mehr ist, braucht kein Mensch und auch kein Tier. Und schon gar nicht mitten im Südpark. Falls Sie tatsächlich den Fehler machen und das Höntroper Freibad aufgeben, dann sollten Sie auch dazu stehen, dass der sanierte Sprungturm hierdurch obsolet wird.

Sie schlagen vor, dass die Verwaltung „die Bürgerinnen und Bürger aus Höntrop und Wattenscheid auf den Weg der Veränderung“ mitnimmt.

Wir bieten unsere Ideen und Tatkraft seit langem an und suchten oft vergeblich nach der von unserem Oberbürgermeister dereinst versprochenen „Ermöglichungsverwaltung“. Nun aber soll das Freibad aus vermeintlich betriebswirtschaftlichen Gründen verschwinden und daran sollen nun die überraschten Bürger:innen plötzlich beteiligt werden? Nein, so stellen wir uns Bürgerbeteiligung ganz gewiss nicht vor. Nicht darüber, wie man die Flächen anders vermarkten könnte, sondern darüber, wie im Einzelnen das Freibadangebot mit seinen Freiflächen zukunftsfähig gestaltet werden kann, muss gemeinsam nachgedacht werden.

Sie hoffen, dass es gemeinsam gelingt „eine Lösung mit Strahlkraft zu finden, die der Bedeutung dieses Ortes gerecht wird.“

Wir meinen es gibt bereits eine Lösung und es müssen auch keine neuen und vor allem auch keine zusätzlichen Nutzungen für den Südpark gefunden werden. Das was es dort gibt, passt auch dort hin: der Spielplatz, das Tiergehege, unser Hallen- und Freibad und drum herum ein möglichst naturbelassener Wald. Dieses Ensemble entfaltet seine Anziehungskraft ganz von selbst, dieses gilt es zu hegen und zu pflegen. Wir brauchen dort weder alles überragende „Leuchttürme“, noch Orte, die einem beliebigen Hype folgend irgendeine kurzlebige „Strahlkraft“ entfalten.

Sehr geehrter Herr Jentsch,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir finden, es wäre ein Riesenfehler, unser traditionsreiches Höntroper Freibad sterben zu lassen. Wir würden uns glücklich schätzen, wenn die Politik endlich die Chance auf Qualität erkennen könnte, die sich unserer Stadt hier bietet. Deshalb werden wir, so wie es unserem satzungsgemäßen Vereinszweck entspricht, weiterhin vehement für den Erhalt dieses Schwimmbades unter Einschluss eines angemessenen Freibadangebotes eintreten.

Mit freundlichen Grüßen, Ihre
„Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop“ e.V.
Bochum, den 19. November 2021

… und das sagten WAZ-Leser zum kreativen Umgang mit dem Sprungturm: